Wirtschaftsnobelpreisträger Krugman befürchtet die Selbsttötung Europas

Gerade in Zeiten großer Krisen und großer Unübersichtlichkeiten kann es hilfreich sein, den Krisenherd einmal aus einer größeren Entfernung zu betrachten. Durchaus interessant und auch hilfreich sind die jüngsten Kommentare des US-amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman zur Griechenland-Schuldenkrise in seinem Blog in der New York Times.

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10 Jahre nach „London 7/7“: viel Leere, wenig Lehren

Heute vor zehn Jahren wurden in London Anschläge auf 3 U-Bahnen und einen Bus verübt. 56 Menschen starben, 700 wurden verletzt. Mein Artikel „Londoner Lehren“ vom September 2005 stellte fest, dass in der Debatte über die Anschläge alles auf den Tisch kam – bis auf die Ursachen des Terrors. Es ist bedenkenswert, wie wenig sich die Auseinandersetzung mit dem islamistischen Terrorismus in den letzten Jahren weiterentwickelt hat – und wie aktuell die im Artikel aufgeworfenen Fragen noch heute sind.

Die Zeit, die Zeit, sie galoppiert

Heute Nacht dürfen wir eine Schaltsekunde länger schlafen. Seit Tagen fiebere ich dieser Entlastung entgegen. Bin mal gespannt, ob die Menschen, die sich gerade erst kürzlich vom Jetlag der Sommerzeitumstellung erholt haben, schon wieder die Kraft aufbringen, um gegen diese erneute Uhrumstellung zu protestieren. Wie soll man da denn auch in der Gegenwart ankommen, wenn diese ständig abbremst oder davongalloppiert? Wann Druck machen, wenn nicht jetzt: Im November soll vom Internationalen Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme darüber abgestimmt werden, ob zukünftig auf die Schaltsekunde verzichtet wird. Da man also nicht weiß, ob das vielleicht die letzte Schaltsekunde wird, werde ich das ganze voll fett und bis zum letzten Nanosekündchen auskosten.

„Panoramafreiheit“: zum Abschuss freigegeben

Die im Zuge der „Harmonisierung des EU-Urheberrechts“ drohende De-facto-Abschaffung der „Panoramafreiheit“ ist ein typisches Beispiel für die gewollte Entpolitisierung des europäischen Einigungsprozesses: Vereinheitlicht wird grundsätzlich immer auf dem rechtstaatlich und freiheitspolitisch niedrigstem Niveau – und möglichst ohne öffentliche Debatte.

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God save the Queen!

Wenn es doch nur halb so aufmüpfig und frech zuginge in der Auflehnung gegen die heutigen Klima-, Überwachungs- und Entmündigungs-Bürokratie wie in dem heutigen Taz-Kommentar „Inzestuöse deutsche Räuberbaronin“ gegen die britischen Aristokratie…

Verglichen mit dem globalen Einfluss dieser sich so progressiv gebenden modernen Elite ist Elsbeth tatsächlich nicht viel mehr als eine rüstige kleine Dame mit Hut. Aber man muss die Schlachten schlagen, wie sie fallen – und der Besuch der alten Dame liefert ja einen öffentlichkeitswirksamen Anlass, um die scharfen Zähne und Krallen zu zeigen, die man ansonsten in Yogamatten und Tofubratlinge schlägt. Und außerdem sucht man sich eben auch die Feinde aus, denen man sich gut gerüstet sieht.

Fall Tuğçe Albayrak: Sollen wir dem Mitleid misstrauen?

„Viele ließen sich von diesen Emotionen leiten. Es regierten Reflexe, wo Beherrschung wichtig gewesen wäre.“ Alfons Kaiser bringt die Problematik der Emotionalisierung in seinem FAZ-Kommentar „Misstrauen wir dem Mitleid“ vom 16.6.2015 zum Urteil im Fall Tuğçe Albayrak auf den Punkt.

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Helikopter-Eltern: Getrieben von Paranoia und Misanthropie

„Wenn Eltern von ihrer Kindheit erzählen, wird es meistens romantisch. Sie schwärmen von nicht enden wollenden Nachmittagen, an denen sie mit ihren Freunden durch die Straßen zogen, herumalberten, Klingelmännchen spielten und Zigarettenkippen sammelten. Sie träumen von der Zeit, als sie in ihren Zimmern abhingen, an die Decke starrten, ihren Barbie-Puppen die Haare abschnitten und Löcher in die Tapete bohrten. Sie schwärmen von einem Leben, in dem sie stundenlang sich selbst überlassen waren – unkontrolliert, unbeobachtet, ungefördert.“

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Matthias Heitmann