Hanau kneift!

Mittlerweile ist beinahe täglich in deutschen Medien nachzulesen, wie die Angst vor dem Islamismus dazu führt, dass seine Forderungen Wirklichkeit werden. Ein weiteres Beispiel dafür ist die kurzzeitige Absage einer Ausstellung von Werken der Karikaturisten Achim Greser und Heribert Lenz in Hanau. Begründet wurde sie mit den durch das erhöhte Bedrohungspotenzial entstehenden Zusatzkosten von knapp 20.000 Euro.  Die Stadt Hanau hat nun aber doch entschieden, die geplante Karikaturen-Ausstellung durchzuführen.

Ob die geplante Ausstellung der beiden Karikaturisten im Kunstauktionshaus Lempertz in Berlin stattfinden wird, steht aber wohl weiter auf der Kippe – nicht etwa, weil sich die beiden Künstler bedroht fühlen, sondern weil staatliche Stellen offenbar auch hier zögern, die notwendigen zusätzlichen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Es ist es nicht die „Islamisierung“, die Europa lähmt, sondern die zelebrierte Angst vor jedweder Auseinandersetzung, in der man Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen müsste. Nur zu dankbar wird der Verweis auf unklare Bedrohungslagen als Rechtfertigung für die Selbstverstümmelung der Gesellschaft herangezogen. Es bedarf gar keiner Terroristen, denn Europa agiert auch ohne sie kopflos. Und schlimmer noch: Diese selbstproduzierte Kopflosigkeit wird von verblendeten Hirnen als Zeichen der eigenen Stärke umgedeutet. Sie lädt förmlich dazu ein, den Grund für die im vorauseilenden Gehorsam gefühlte Angst nachzuliefern.

Deswegen hat Greser Recht, wenn er im Zusammenhang mit der Absage der Hanauer Ausstellung von einem „Sieg der Terroristen“ spricht. Man könnte aber noch ein Stück weiter gehen: „Sieg“ suggeriert, dass es Gegenwehr gegeben hat. Hier haben wir es jedoch mit einer vorauseilenden kampflosen Kapitulation zu tun. Freie Menschen können ihre Freiheit verlieren. Aber nur sie können sie auch verteidigen.

http://www.faz.net/…/hanau-sagt-greser-und-lenz-schau-ab-ei…

http://www.fnp.de/rhein-main/Hanau-Karikaturen-Ausstellung-soll-doch-stattfinden;art801,1224487

Leseempfehlung: „Die Diktatur der Angst“

Sehr lesenswert, der Kommentar „Die Diktatur der Angst“ vom Chefredaktor der Baseler Zeitung, Markus Somm, vom 17.1.15: „Schockiert über das Verbrechen in Paris, haben manche Kommentatoren übersehen, dass nicht nur Islamisten die Meinungsfreiheit in Frage stellen – sondern auch im Westen, in sogenannt säkularen Kreisen, kommt es immer öfter vor, dass im Namen der politischen Korrektheit oder des Anti-Rassismus oder unter welchem Titel auch immer die wohlmeinenden Zensoren auftreten, Meinungen, die einem nicht passen oder Darstellungen, die andere verletzen, unterdrückt werden: An amerikanischen Universitäten werden Redner ausgeladen, die Israel verteidigen oder das Recht auf Abtreibung in Frage stellen. Leute, die den Klimawandel bezweifeln, werden als ­Klima-Leugner zum Schweigen gebracht (…). Sicher: Ob man jemanden daran hindern will, sich zu ­äussern, ist nicht im Entferntesten das Gleiche, wie jemanden umzubringen, der einen Propheten karikiert. Und doch gleichen sich die Motive. Man redet der Zensur das Wort.“

Ich bin Charlie? That’s not enough

To be honest, I never liked Charlie Hebdo. I read it once or twice, but I just don’t like that kind of satire. I am aware that this puts me in a very small minority. Since the attacks in Paris last week, it seems as if the Western world has suddenly abandoned political correctness and embraced blasphemy and tasteless provocation. Many now even claim to be Charlie.

Read my article on Spiked Online.

Ich bin Charlie? That’s not enough

Warum ist jeder „Charlie“ – und keiner „Mopo“?

Die auffällige bundesweite Stille im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Hamburger Morgenpost zeigt, wie wenig die Bewegung „Je suis Charlie“ mit Pressefreiheit zu tun hat.

Diesen Artikel finden Sie in meinem E-Book „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“. Er ist ursprünglich am 15. Januar auf der Website der Achse des Guten erschienen.

„Je ne suis pas Charlie“ – und gerade deshalb für die absolute Pressefreiheit!

Redefreiheit gilt auch für ihre Feinde, und Pressefreiheit gilt auch für die Regenbogenpresse, die sogenannte „Lügenpresse“ und für Pornoblättchen. Man muss sich mit den Meinungen nicht identifizieren, deren Existenzrecht man verteidigt.

Diesen Artikel finden Sie in meinem E-Book „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“. Er ist ursprünglich am 9.01.15  bei der Achse des Guten erschienen.

Waise Weihnacht: Ich bin nicht gläubig, und dennoch liebe ich dieses Fest

Mit meinem am heutigen 22.12.14 auf der Website des Berliner Tagesspiegel erschienenen Artikel „Waise Weihnacht: Ich bin nicht gläubig, und dennoch liebe ich dieses Fest“ wünsche ich allen Menschen christlichen Glaubens frohe Weihnachten und allen anderen Menschen, dass sie diese Tage, wenn auch nicht für Besinnlichkeit, so doch für Sinnhaftes nutzen können.

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Mitschnitt aus einem zukünftigen Gespräch an der deutschen Passkontrolle

„Ihrem Ausweis nach zu urteilen sind Sie Islamist, ist das richtig? Herzlichen Dank, dass Sie für Ihren Sonderausweis 10 Euro bezahlt haben. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die Gute lautet: Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen dürfen Sie mit diesem Pass in Deutschland bleiben. Die Schlechte lautet: Ja, das gilt auch, wenn Sie das gar nicht wollen. Ich muss Sie bitten, wieder nach Hause zu gehen und was immer Sie im Ausland tun wollten, nun hier zu versuchen. Aber seien Sie unbesorgt: Wir ändern hier ja auch einiges: Witze über den Islam werden in Kürze verboten, Weihnachtsfeiern heißen jetzt Jahresendfeiern, gebrannte Mandeln sind halal, und außerdem hat Real Madrid soeben das Kreuz aus seinem Vereinsemblem gestrichen. Sie sehen also: Alles wird gut.“

 

Matthias Heitmann