Kurzmitteilungen

Merkels Bürgerdialog: Futter für die Nudging-Offensive

„Gut leben in Deutschland – Was uns wichtig ist“ – so lautet das Motto, unter das Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre neue Reihe an Bürgerdialogen gestellt hat. Was hier als fast empirische Erhebung des Volkswillens zur inhaltlichen Ausrichtung der Politik erscheint, dürfte in der Praxis jedoch eher der Entwicklung neuer Nudging-Ansätze dienen.

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Nach dem Cyber-Angriff auf TV5 : Freiheit als Waffe nutzen – und nicht einschränken!

“TV5 Monde ist kein militärisches Ziel. Indem der Islamische Staat den Fernsehsender ausgesucht hat, zeigt er, wovor er sich fürchtet: Vor der Anziehungskraft der freien Welt.“ So beginnt der Kommentar „Cyber-Dschihad“ von Rainer Hermann in der F.A.Z. vom 9.4.2015. Mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatten mit einem Hacker-Angriff „bisher unbekannten Ausmaßes“ in der Nacht zu Donnerstag den Sendebetrieb des französischen Fernsehsenders TV5 Monde stundenlang lahmgelegt.

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Nach Germanwings-Absturz: De Maizière will „was tun“ – und verschärft die Ausweispflicht bei Passagieren

Als Lehre aus dem Absturz der Germanwings-Maschine will Bundesinnenminister Thomas de Maizière künftig die Passagiere schärfer kontrollieren und die Ausweispflicht auf allen Flügen einführen. Dass das Fliegen im Schengen-Raum wie das Busfahren noch ohne Ausweis möglich sei, stelle ein „riesiges Sicherheitsproblem“ dar, sagte der CDU-Politiker gegenüber der „Bild“-Zeitung.

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„Politische Korrektheit konsequent leben: Separierung friedlich gestalten“

Neue Perspektiven der Gewaltprävention

Eine Bürgerinitiative in Mainz macht Stimmung gegen einen Dachdeckerbetrieb. Nicht wegen überhöhter Rechnungen oder unerträglicher Verspätungen im Bau, sondern wegen seines Namens. Den hat der Chef beigesteuert. Er heißt Thomas Neger, und seine Firma heißt „Thomas Neger Metallsystem und -bedachungen GmbH“. Doch nicht nur das: Das Logo des Betriebs ziert ein schwarzes Männchen, das mit seinen dicken Lippen und einem großen Ohrenschmuck eine eindeutig afrikanische Anmutung aufweist.

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Umweltbewusstsein 2014: Die grüne Paranoiawelle ebbt ab

„Die Studie zeigt ein anhaltend hohes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung“ ist in der gemeinsamen Pressemitteilung von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt anlässlich der heute vorgelegten Umweltbewusstseinsstudie 2014 zu lesen. Der Satz klingt ungefähr so, wie wenn der Hamburger Sport-Verein seine Fans mit der Aussage beruhigen wolle, man werde auf jeden Fall auch in der kommenden Saison zu den 36 besten Mannschaften Deutschlands gehören und dementsprechend auf „anhaltend hohem“ Niveau spielen. Gilt etwas als „anhaltend hoch“, so steigt es nicht, sondern stagniert oder fällt, wenngleich auf hohem Niveau

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Tick. Ticker. Redaktionsschussindenofen.

13:41 – Na?
13:44 – Nach.
13:47 – Richten.
13:48 – Nach richten.
13:49 – Danach richten.
13:51 – Folgen.
13:52 – Nachfolgen.
13:53 – Nach Folgen.
13:56 – Nachverfolgen.
13:57 – Nach richten verfolgen.
13:59 – Nachrichten verfolgen.
14:00 – Nachrichten verfolgen Dich.
14:02 – Nach richtig.
14:03 – Nachschau.
14:06 – Nachschauen.
14:07 – Vorschau.
14:08 – Vorausschau.
14:09 – Vorsichtig.
14:11 – Vor sichtig.
14:13 – Nachsicht?
14:14 – Einsicht?
14:16 – Nein.
14:17 – Uneinsichtig.
14:19 – Kurz. Nach. Richtig.
14:20 – Nach kurzsichtig.
14:21 – Unvorsichtig.
14:23 – Unergiebig.
14:24 – Unnachgiebig.
14:25 – Unrichtig.
14:30 – Ungerecht.
14:38 – Unrecht.
14:53 – Unecht.
14:54 – Und?
14:58 – Un.
14:59 – .
15:00 – Pünktlich. Auf den Punkt.

Was macht kränker: Ungesundes Essen oder die Kultur des permanenten Warnens und Ängstigens?

„Nicht nur Alkohol und Nikotin, auch zu viel Süßes ist gefährlich. In anderen europäischen Ländern hat die Politik darauf reagiert, in Deutschland aber wird zu wenig getan, beklagen Krankenkassen. Mit schwerwiegenden Folgen“, schreibt Rainer Woratschka in seinem Artikel „Krankenkasse: Zuckersteuer kein Tabu – Zu viel Zucker macht die Deutschen krank“ im Berliner Tagesspiegel.

Vielleicht sollten wir uns wieder darauf besinnen, dass es nicht die Aufgabe des Gesundheitssystems ist, uns vor „ungesunden“ Dingen des Lebens zu beschützen, sondern dass es lediglich dabei helfen soll, uns wieder gesund zu machen. Der Unterschied ist wichtig: Die erste Variante macht uns zu Objekten einer obrigkeitsstaatlichen Gesundhaltung, während die zweite uns dabei unterstützt, Subjekte unseres Lebens zu sein und zu bleiben.

Wann immer also Krankenkassen und Mediziner beginnen, wegen irgendwelcher „Gesundheitsfährdungen“ nach der Politik zu rufen, ist erhöhte Aufmerksamkeit angesagt: Sich hier auf fachliche Debatten einzulassen, ist im Zweifel die falsche Entscheidung. Medizin hat nichts zu verbieten, Medizin hat zu heilen. Fertig.

Siehe hierzu meinen fast 14 (!) Jahre alten Artikel „Wenn Glaube und Politik Schokolade versalzen“