Neuester Armutsbericht zeigt: Armut ist auf dem Rückzug

„Laut dem Index ist die Zahl der Hungernden seit 1990 weltweit um 39 Prozent gesunken.“
Mir fehlt es an Fantasie, um mir vorzustellen, wie man dies nicht für eine extrem gute Nachricht halten kann.

Nochmal zum sich vergegenwärtigen: In nicht einmal einem Vierteljahrhundert ist die Zahl der Hungernden um fast 40 Prozent gesunken – und das trotz Bevölkerungswachstum. Dort, wo die Situation katastrophal ist, sind Bürgerkrieg und Misswirtschaft die Ursachen. Anders formuliert: Es sind keine „natürlichen Grenzen“ wie etwa die, dass die Erde angeblich nicht mehr Menschen ernähen könne.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/welthungerhilfe-welthunger-index-2014-zeigt-positiven-trend-a-996816.html

Wer wird Friedennobelpreisträger 2014?

Bislang haben sich mich immer wieder aufs Neue überrascht. Immer wieder dachte man sich neue Friedensnobelpreisträger aus, auf die man beim besten Willen nicht kommen konnte. Doch dieses Mal möchte ich mich nicht wieder überraschen lassen und sammle daher Eure Vorschläge. Wer könnte es dieses Mal werden?

Ich fang selbst schonmal an mit dem Vorschlagen:
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WHO – damit der Selbstmord sozial nachhaltig ist

Als ob die Zahlen des „Welt-Suizid-Reports“ noch nicht schlimm genug wären, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nutzt sie auch noch, um abstruse Forderungen zu erheben: „So müsse der Zugang zu Waffen, Giften und gefährlichen Medikamenten sinnvoll eingeschränkt werden – denn die Einnahme von Pestiziden, Erhängen oder Erschießen sind unter den am häufigsten gewählten Methoden zur Selbsttötung.“
Also Stricke verbieten, Brückenüberquerung nur mit Wachtmeister und den Menschen täglich nur einen halben Löffel Salz kredenzen – gibt es weitere gute Vorschläge, um Menschen das Leben lebenswert zu machen?

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article131918175/Alle-40-Sekunden-bringt-sich-ein-Mensch-um.html

WM 2014 – eine Bilanz der medialen Bilanz

„Weltmeisterlich“ nach dem Spiel gegen Portugal
„Chaotisch“ nach dem Spiel gegen Ghana
„Zäh und einfallslos“ nach dem Spiel gegen die USA
„Eine Schande“ nach dem Spiel gegen Algerien
„Deutschland-Dusel“ nach dem Spiel gegen Frankreich
„Weltmeisterlich“ nach dem Spiel gegen Brasilien
„Hochverdient Weltmeister nach einem überragenden Turnier“ nach dem Finale gegen Argentinien.

Qualität in der journalistischen Berichterstattung – egal ob im Sport oder sonstwo – steht und fällt mit dem Interesse an Ernsthaftigkeit und dem Erinnerungsvermögen der Öffentlichkeit. Vielleicht sollten alle einfach ab und zu mal ein bisschen mehr „mertesackern“.

Fakt ist: Dem Sportjournalismus kommt das innere Korrektiv immer mehr abhanden, und das ist: der politische Journalismus, an dem man sich in den Sportredaktionen früher, was vermeintliche Seriosität anging, stärker ausrichtete, um die eigene Bedeutung zu betonen. Seit aber dieser „echte“ Journalismus selbst mittlerweile über Ticker-Meldungen nicht mehr hinauskommt, fehlt den Sportjournalisten offenbar jeder Anspruch, Ereignisse überhaupt sinnvoll einordnen zu wollen bzw. zu müssen. Besonders nervig fällt diese Entwicklung in dem unendllichen „Wie fühlen Sie sich“-Gefrage auf. Aber dies ist eben kein Problem des Sportjournalismus, sondern des Journalismus insgesamt …

Zur Debatte über den militärischen Einsatz von Drohnen

Ist ein Krieg dann ethisch vertretbar, wenn diejenigen, die man auf der „ethisch richtigen Seite“ wähnt, ebenfalls in Lebensgefahr schweben? Sind Kriege abzulehnen, weil Drohnen eingesetzt werden? Ist das nicht eine völlig künstliche Debatte?
Anstatt Aussagen über politische Motive zu treffen, werden Scheinargumente gebracht à la „Die Entscheidung über Leben und Tod darf aber nicht ein Computer treffen.“ Kritik am Krieg wird reduziert auf die Mainstream-Kritik an Technologie. Und das ist das eigentlich barbarische daran.

„Computer dürfen nicht über den Tod entscheiden“ (Zeit Online)

WM 2014: Zu Tode jauchzend oder himmelhochtrauernd?

Das Fehlen realistischer Einschätzungen führt unweigerlich zu Überreaktionen – das gilt in der Politik, und erst recht beim Fußball.
Beispiel: BRD – ALG: Ich bin ja kein Schlandianer. Wer aber im Vorfeld des Spiels die algerische Mannschaft (trotz ihrer beachtlichen Auftritte in der Vorrunde) zu Kanonenfutter degradiert und die deutsche Mannschaft (trotz ihrer Auftritte in der Vorrunde) überhöht, dem bleibt dann nach einem eigentlich erwartbar engen Match kaum etwas anderes übrig, als die deutsche Mannschaft, der eben noch Weltmeisterpotenzial zugesprochen wurde, zu Vollidioten zu erklären – zu Unrecht. In der zweiten Halbzeit hatte sie die Algerier total im Griff, das Tor war nur eine Frage der Zeit und ließ einfach nur 3 Minuten zu lange auf sich warten.
Ich gebe Per Mertesacker daher unumwunden Recht. Und wenn ich mich über etwas aufregen könnte, dann wäre es die öffentliche Aufregung…

Matthias Heitmann