(Erschienen in: NovoArgumente Nr. 103, 11-12 2009)
Alle Beiträge von Matthias Heitmann
Corporate Social Responsability: Kläranlage für in Ungnade gefallene Unternehmen?
Erinnern Sie sich noch an die beiden Ratiopharm-Zwillinge? Jahrelang warben sie für „gute Preise“ und versprachen „gute Besserung“. Nachdem der Generika-Hersteller durch dubiose Vertriebspraktiken ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war, wurde in der Public Relations umgesteuert. Fortan fokussierte die Werbung des Unternehmens nicht mehr auf die gute Besserung bei ihren Patienten, sondern auf die Rettung der Welt.
(Erschienen in: NovoArgumente Nr. 102, 9-10 2009)
Sex verboten – auch für die Toten
Gunther von Hagens bläst wieder einmal der Wind ins Gesicht. In seiner Ausstellung „Körperwelten“, die noch bis Mitte September in Augsburg gastiert, darf er keinen plastinierten Geschlechtsakt zeigen. Die Stadt Augsburg hat Anfang August ein Verbot erlassen, da das Exponat „gegen die Würde der Verstorbenen“ verstoße und „das sittliche Empfinden der Allgemeinheit“ verletze.
(Erschienen in: NovoArgumente 102, September/Oktober 2009)
Wassersparen gegen den Klimawandel?
„Wasch Dein Gewissen rein – werde Vegetarier!“ – so lautete das Motto einer erstaunlichen kleinen Aktion der Tierrechtsorganisation PETA, die sich Mitte Juli auf der Frankfurter Zeil zutrug.
(Erschienen in NovoArgumente (Nr. 102, September/Oktober 2009)
Bio-Grenzen dichtmachen! Europa den Europäern!
Es geht ein Gespenst um in Europa, das Gespenst der biologischen Überfremdung des Kontinents durch den ungezügelten Zuzug fremder Tiere und Pflanzen. In der April-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science beschrieben Wolfgang Nentwig von der Universität Bern und Kollegen in ihrem Artikel „Will Threat of Biological Invasions Unite the European Union?“ die Hoffnung, dass der uneinige Kontinent durch gezielte gemeinsame Aktionen gegen gebietsfremde Arten, die in den letzten Jahrhunderten eingewandert seien, vielleicht zu sich selbst und damit zur lang ersehnten europäischen Einheit finden könnte.
(Erschienen in Novo100/101, Mai – August 2009)
EUnuchen-Sprech: Frauen und Männer raus!
Wenn Sie künftig eine Dame oder einen Herrn in Polizeiuniform eine „Polizistin“ oder einen „Polizist“ nennen, könnte dies eine Klage wegen Sexismus nach sich ziehen. Die EU-Parlamentsverwaltung hat eine 16-seitige Broschüre mit dem Titel „Geschlechtergerechter Sprachgebrauch beim Europäischen Parlament“ veröffentlicht. So soll „eine einseitige Wortwahl … vermieden werden, die als diskriminierend oder herabsetzend ausgelegt werden kann, weil sie die Überlegenheit eines Geschlechts gegenüber dem anderen impliziert. Das Geschlecht einer Person ist in den meisten Zusammenhängen nicht relevant oder sollte es nicht sein.“
(Erschienen in Novo100/101, Mai – August 2009)
Ist der Anti-Doping-Kampf am Ende?
Es kommt Bewegung in die Diskussion über Doping. Doch ohne ein grundsätzliches Hinterfragen des Dopingbegriffs bleibt der öffentliche Protest gegen die zu Jahresbeginn von der Welt-Anti-Doping-Agentur eingeführte Totalüberwachung von Topathleten hohl und stumpf.
(Erschienen in Novo 100/101, Mai – August 2009)
WARUM? Ein Land läuft Amok
Der Amoklauf eines 17-Jährigen in Winnenden war nur der Anfang: Was folgte, war der Amoklauf einer ganzen Gesellschaft, die sich nicht mehr über den Weg traut und unbewusst die Trauer um die Opfer zum Anlass nimmt, sich selbst zu traumatisieren.
Rote Karte für die „Hooligan-Datei“?
(Erschienen in Novo99, März/April 2009)
Sportliche Leistungsgrenze erreicht? Von wegen!
Die Berechnungen von Marc Danny bezüglich der maximal erreichbaren Laufgeschwindigkeit wird ein ähnliches Schicksal ereilen. Seine statistischen Prognosen mögen auf Basis seiner Daten durchaus schlüssig sein. Nur hat er eines dabei außer Acht gelassen: Die Menschen, die sich in 20 Jahren anschicken, Weltrekorde zu brechen, werden über eine völlig andere körperliche Konstitution verfügen, auf neue, hoch technisierte Trainingsmethoden zurückgreifen und gänzlich anderes Equipment verwenden – was die Aussagekraft von Dannys Berechnungen enorm schmälert. Wie Bernd Muggenthaler in Novo97 schrieb, würde der sensationelle Weltrekord über die 100-Meter-Freistil von Jonny Weissmüller aus dem Jahr 1922 heute nicht einmal mehr ausreichen, um die Kreismeisterschaft bei den – wohlgemerkt: „ungedopten“! – Unter-17-Jährigen zu gewinnen.
Erschienen in Novo98 (1-2 2009), www.novo-argumente.com
